Secession! macht Budenzauber

Den Berg in Richtung des Propheten bewegen, nichts Geringeres will die kürzeste Kunstausstellung des Jahres in Itzehoes kleinstem Ausstellungshaus, der „Bude B“ auf Itzehoes Weihnachtsmarkt. Vorweihnachtliche Adventsidylle nach Art der „Secession!“

Secessionist Manuel Zint eröffnete das bedeutendste Kunstereignis dieses Montagmittags mit einer ebenso bedeutenden Ansprache:
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„Abseits der bürgerlichen Wildwechsel und Gepflogenheiten“ wollen die Secessionisten „neue Wege“ beschreiten. Kunstferne Bevölkerungsgruppen an ungewöhnlichen eigentlich ebenso kunstfernen Orten an Kunst heranführen. Das gehört zu den erklärten Zielen der Secessionisten-Quartetts Saskia de Kleijn, Wiebke Logemann, Christian Richter und Manuel Zint, allesamt Mitglieder des Steinburger Künstlerbundes.
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Manuel Zint sprach deshalb die harte Realität der Kunstszene Itzehoes ebenso hart an: „Natürlich würden wir auch in der Stadtgalerie ausstellen – wenn es sie gäbe. Oder im Stadtmuseum. Oder in der Kunsthalle an der Stör.“ Alles nicht da. Das Kreismuseum gar „weigert sich schlicht, überhaupt eine Kunstszene zu präsentieren.“ Die Secessionisten, die sich begrifflich weniger als Abgrenzer denn als Neugruppierer verstehen, interpretieren genötigterweise die ewig dringliche Raumfrage neu, und zwar ironisch: Platz ist in der kleinsten Hütte.

Doch künstlerisch bedeutete die „Bude B“ für das Secessions-Quartett eine echte Herausforderung. Ein hochgestochener „White Cube“, jener unschuldig wirkende Kunst-Raum, in dem konzentriert Art genossen werden kann, schied schnell aus ihren Überlegungen aus. Sie wählten die Gegenposition:

„Eben die völlige Überbelegung“, so Manuel Zint in seiner wiederholt gehaltenen Rede. Solcherweise rezipiert die Quadriga der Bude B die Raritätenkabinette des ausgehenden 16. Jahrhunderts, in denen „neben allerlei Kuriositäten und wertvollen Kleinodien“ auch Kunst gezeigt wurde. Zint schwärmte vom „Grünen Gewölbe“ in Dresden, dem berühmtesten seiner Art.

An dieser mittelalterlichen Konzeption gefalle „die Gleichbehandlung des Wertes eines Kunstwerkes“ etwa mit einem seltenen Mineral, einer schönen Meeresschnecke oder gar Edelmetall-Gegenständen.
Dem gar nicht so kunstfernen Publikum war diese Mischung ebenso recht wie die abschließende Einladung Zints, doch die Ausstellungshalle „Bude B“ auch zu entern.

Die kürzeste Kunstausstellung des Jahres
in Itzehoes kleinstem Ausstellungshaus,
mit käuflichen Arbeiten von Saskia de Kleijn, Wiebke Logemann, Christian Richter und Manuel Zint.
„Hier gibt es ungewöhnliche Kunst an ungewöhnlichem Ort ungewöhnlicherweise auch für Kleines“, freute sich ein Kunstfreund und griff freudig zu.
Denn eines ist auch klar: Engagiert ihre Kunst Schaffende müssen sich auch am Kunstmarkt präsentieren.
Die „Secession!“ tut dies engagiert vom 12.12.2011 bis zum 14.12.2011 immer von 14:00 bis 19:30 Uhr auf dem Itzehoer Weihnachtsmarkt.

Die Künstler sind anwesend.

Vernissage: Montag, 12.12.2011 14:00 Uhr
Bergfest: Dienstag, 13.12. 2011 16:45 Uhr
Finissage: Mittwoch, 14.12. 19:00 Uhr

Vielen Dank für die Fotos und Infos an Stefan Horstmann.

Links:
„SECESSION! auf Facebook“
„SECESSION! im Blog“

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2 Gedanken zu „Secession! macht Budenzauber

  1. Das wirkt doch mal echt einladend (und nicht so abgedroschen) auf einem „Weihnachtsmarkt“! Schade, dass wir nicht mal (vorbei)schauen konnten!

  2. Pingback: Blog » Secession! auf dem Weihnachtsmarkt im Netz

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